Die Blume und das Reh

Vor vielen, vielen Jahren, als die Menschen noch die Sprache der Tiere und Pflanzen verstanden, lebte in einem kleinen Örtlein ein armer, aber braver Bursche. Der hieß Hans. Er war mit seinem Leben immer zufrieden, ja es dünkte ihn sogar das schönste, das es auf der ganzen, weiten Welt geben konnte. Und weil er immer so fröhlich und guter Dinge war, liebten ihn die Menschen und suchten seine Nähe.

Eines Tages drang die Kunde in das Dörflein, dass die junge, schöne Königstochter von einer bösen Fee an einen fernen Ort fortgezaubert worden war. Aber niemand konnte sagen, wo man sie suchen musste, und in welche Gestalt sie von der bösen Fee verwandelt worden sei.

Nur ein kleines Zeichen war vorhanden. Nämlich jeden Morgen um sieben Uhr, um die Stunde, da die Prinzessin immer aufgestanden war, läutete ein kleines, goldenes Glöcklein neben ihrem Bett und sprach dabei dreimal hintereinander:

Auszug – gelesen von C. C. Creutzburg